Alters-WG!

Wie willst du wohnen?

Immer wieder höre ich davon, dass Paare entscheiden, nicht zusammenzuziehen, ja sogar eine gemeinsame Wohnung wieder auflösen. Living apart together (LAT) nennt sich dieses Beziehungsmodell. Den Paaren tut der Abstand gut. Sie trennen den Alltag von der Beziehung und können so die gemeinsame Zeit intensiver nutzen. Wenn man sich trifft, dann ganz bewusst. Ich kann das gut nachvollziehen, würde mich allerdings nicht für so ein Modell entscheiden.

Ich würde am liebsten mit all meinen Herzensmenschen unter einem Dach wohnen. Die Vorstellungen, in einer Gemeinschaft zu wohnen, habe ich schon lange, besonders fürs Alter. In meiner damaligen mononormativen Vorstellung lebt man ja in jüngeren Jahren mit Mann und Kindern in einem Haus. Aber im Alter, wenn die Kinder erwachsen und ausgezogen sind, dann könnte man sich doch mit Anderen zusammen tun und eine Alters-WG gründen. Ein großes Haus mit Gemeinschaftsräumen, aber auch eigenen Bereichen zum Zurückziehen. Man könnte sich gegenseitig helfen, die Stärken der einzelnen Mitbewohner nutzen, die Schwächen kompensieren.  Also gemeinsam kochen oder werkeln, gemeinsam Abende verbringen, Teil einer Gemeinschaft sein. Allein bei der Vorstellung geht mir das Herz auf! Wie gut, dass ich durch meine polyamore Lebensweise jetzt schon Teil einer Lebensgemeinschaft bin und nicht bis ins Alter warten muss. Das habe ich durch die Jahre allerdings auch gelernt: wenn man von etwas träumt, dann sollte man die gesellschaftlichen Normen infrage stellen, die einen daran hindern, seine Träume umzusetzen. Es wäre doch auch möglich, in jungen Jahren mit Kindern eine WG zu gründen. Es ist möglich, polyamor zu leben. Genauso kann man in getrennten Wohnungen ein glückliches Paar sein.

Lebst du, wie du es im Herzen möchtest? Oder lässt du dich von gesellschaftlichen Normen einschränken?

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